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Ernte

Im Schnitt gibt es eine Kaffeeernte im Jahr. Der Grund dafür ist die lange Periode zwischen der Befruchtung der Blüte und der reifen Frucht. Coffea Arabica benötigt sechs bis acht Monate bis ihre Früchte reif sind, Coffea Robusta neun bis elf Monate und Coffea Excelsa sowie Coffea Liberica sogar zwölf bis vierzehn Monate. In den tropischen Regionen, in denen man kaum zwischen Trocken- und Regenzeit unterscheiden kann, kommt es sogar teilweise zu zwei Blüten im Jahr, von denen eine die Haupternte und die andere die Nebenernte ergibt. Als Beispiele kann man hier Kolumbien und Kenia anführen.

Die gesamt Ernteperiode erstreckt sich über zehn bis zwölf Wochen, da nicht alle Früchte auf einmal reif sind und somit noch mal nachgepflückt werden muss. Die Haupterntezeit erstreckt sich jedoch über sechs bis acht Wochen.

Die Erntezeit ergibt sich aus dem Breitengrad und der Anbauhöhe. Nördlich des Äquators wird zwischen September und Dezember geerntet und südlich des Äquators zwischen den Monten April und August. Die einzige Ausnahme stellen die Gebiete direkt am Äquator dar, denn hier kann das ganze Jahr über Kaffee geerntet werden.

Bei der Ernte kann man zwischen zwei Methoden unterscheiden, das Picking und das Stripping.

Picking

Früchte zur gleichen Zeit reif sind, alle acht bis zehn Tage wiederholen, bis alle Früchte abgeerntet sind. Diese Methode empfiehlt sich vor allem in den Regionen, in denen das ganze Jahr über geerntet wird. Nachteil ist jedoch der sehr hohe Arbeitsaufwand, der die Kosten sehr erhöht. Diese Methode wird hauptsächlich bei Coffea Arabicas angewendet, da dieser im Anschluss nass aufbereitet wird.

Stripping

Beim Stripping werden alle Früchte, unabhängig von ihrem Reifegrad, vom Zweig gestreift. Alle Früchte fallen auf ein Tuch, das am Boden ausgebreitet ist. Hier sind die unreifen, reifen und überreifen Früchte vermischt, was zu einer Verminderung der Qualität des Kaffees führt. Es gibt allerdings noch die Möglichkeit, die unreifen und überreifen Früchte anschließend auszusortieren. Diese Methode wird hauptsächlich bei Robustas und brasilianischen sowie äthiopischen Coffea Arabicas angewendet, da diese trocken aufbereitet werden oder wenn nicht genug Personal zum pflücken zur Verfügung steht.

Die Methode des Stripping nutzen auch Erntemaschinen. Diese können auf Grund der Geländeform und der Bepflanzung allerdings meist nicht eingesetzt werden. Eine Ausnahme bilden hier die Kaffeefarmen in Brasilien. Die Maschinen kämmen die Äste der Bäume durch und die Früchte fallen auf die Sammler. Diese Kaffeekirschen müssen dann nur noch von Schmutz, Blättern und zweigen befreit werden.

Da die Kaffeekirschen nur für eine äußerst kurze Zeit gelagert werden können, müssen sie nun äußerst schnell zur Weiterverarbeitung.